Auf der Suche nach Einheitlichkeit

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Landbell entwickelt Recycling-Zertifizierung für Einweg- und Mehrwegverpackungen

Das Recycling von Verpackungen ist wichtiger denn je. Indem wiederverwertbare Materialien in den Kreislauf zurückgeführt und wiederverwendet werden, können Ressourcen eingespart und Abfälle verringert werden.

Auf Grundlage der EU-Verpackungsrichtlinie (94/62/EG), die sich sowohl auf das Verpackungsdesign als auch auf das Management von Verpackungsabfällen bezieht, müssen Mitgliedstaaten sicherstellen, dass nur solche Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die alle wesentlichen Anforderungen dieser Richtlinie, einschließlich Anhang II, erfüllen.

Um dieser Anforderung Rechnung zu tragen, hat die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) im Jahr 2019 Mindeststandards veröffentlicht, mit denen die Recyclingfähigkeit von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen in Deutschland gemessen werden soll. Die Anwendung dieses Standards durch zahlreiche Zertifizierungsprogramme führte jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen, was vor allem auf den nicht gemeinsam abgestimmten Ansatz zurückzuführen ist.

Zur Harmonisierung der nationalen und europäischen Recycling-Zertifizierung hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung das Projekt „InnoCErt: Erweiterte Zertifizierung von Einweg- und Mehrwegverpackungen als Anreiz- und Steuerungsinstrument für die Schaffung von Innovationen zur Reduzierung von Kunststoffverpackungen entlang der Lebensmittelkette“ ins Leben gerufen.

InnoCErt wird die Zertifizierung von Einwegverpackungen auf Mehrwegverpackungen auf nationaler und europäischer Ebene ausweiten. Das Projekt wird auch das Verbraucherverhalten in Bezug auf die Verwendung und Entsorgung von Verpackungen in den Blick nehmen und gleichzeitig Studien und Analysen von Verbraucher-Verpackungsabfällen umfassen, um ein detailliertes Verständnis der aktuellen Abfallinfrastruktur zu erhalten. Dies wird dazu beitragen, praktische und innovative Lösungen für die Vermeidung und Verringerung von Kunststoffverpackungen zu entwickeln.

Landbell beteiligt sich als deutsches EPR-System an dem InnoCErt-Projekt und bringt seine operative Unterstützung sowie Fachwissen über die Abfallinfrastruktur ein.

Landbell wird zudem eine qualitative und quantitative Abfallstromanalyse durchführen und die Verwertungsprozesse verschiedener Verpackungsabfallströme und in bestimmten Fällen auch einzelner Verpackungsarten identifizieren.

Ziel von Landbell ist es, eine bundesweit einheitliche Bewertung bzw. Zertifizierung zu erreichen und Anreize für den Einsatz ökologisch optimierter Verpackungen auf der Basis von Vermeidung, Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit zu schaffen.

An dem Projekt InnoCErt sind außerdem die Technische Universität Berlin, DIN CERTCO, das Wuppertal Institut und die Technische Universität Berlin Zentrum Technik und Gesellschaft (TUB ZTG) beteiligt.

Das dreijährige Projekt ist in sechs Arbeitspakete unterteilt und läuft bis zum 2. Quartal 2025.


Boarding almost completed....

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Letzter Aufruf für Startups der Kreislaufwirtschaft zur Teilnahme am Green Alley Award in Berlin!

Bis zum 21. November können Bewerbungen für den Green Alley Award 2023 eingereicht werden – der Preisverleihung für bahnbrechende Kreislaufwirtschaftsinnovationen in Europa.

Den Gewinner erwarten nicht nur 25.000 Euro Preisgeld, sondern auch wertvolle Reichweite, Beratung durch unsere Experten und Zugang zu einem riesigen Netzwerk.

Zu den bisherigen Gewinnern gehören Unternehmen wie Voltfang, traceless materials, Gelatex, Aeropowder und Sulapac.

Helfen Sie uns gerne dabei, die nächste Generation zu finden!

Sollten Sie ein Unternehmen kennen, dass eine bahnbrechende Innovation im Bereich der Kreislaufwirtschaft entwickelt hat, ermutigen Sie es auf LinkedIn sich zu bewerben, indem Sie hier klicken.

Wenn Ihr Unternehmen selbst ein perfekter Kandidat für den Green Alley Award ist, können Sie Ihren Beitrag bis zum 21. November auf dieser Seite einreichen.


Neuigkeiten aus unseren ERP-Ländern

Neuigkeiten aus unseren ERP-Ländern

Wissen Sie schon, wie Ihr Unternehmen die neuen Anforderungen für Verpackungen in Dänemark erfüllen wird?

Ab dem Jahr 2025 gelten in Dänemark die Vorschriften der EU-Richtlinie über die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) für Verpackungen. Die dänische Umweltschutzbehörde bereitet aktuell die Umsetzung entsprechender Rechtsvorschriften vor.

Das zur Landbell Group gehörende Unternehmen ERP Dänemark erweitert seine Compliance-Dienstleistungen auf Verpackungen, wenn die Gesetzgebung am 1. Januar 2025 in Kraft tritt.

ERP Dänemark wird daher in der Lage sein, Unternehmen bei der Erfüllung ihrer EPR-Verpflichtungen für Verpackungen zu unterstützen.

ERP Dänemark bietet bereits jetzt Compliance-Lösungen für Hersteller von Elektrogeräten und Batterien – und trifft aktuell Vorkehrungen, um Unternehmen bei der schnellen und einfachen Erfüllung der neuen Anforderungen zu unterstützen.

Kontaktieren Sie uns gerne für weitere Informationen.

 

ERP Irland arbeitet mit drei Generationen von Recyclern zusammen

Mit dem Ziel, ein klares Zeichen für die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft zu setzen, hat sich das zur Landbell Group gehörende Unternehmen EPR Irland am 14. Oktober, dem Internationalen Tag des Elektroschrotts, mit Recyclern aus drei Generationen zusammengetan. Die gemeinsame Botschaft: Wir alle können einen wichtigen Beitrag zur Reparatur, zur Wiederverwendung und zum Recycling von ungenutzten elektronischen Geräten in unseren Haushalten leisten.

Die drei Generationen von Recyclern – Flossie, die Strandreinigerin, sowie ihre Mutter und Großmutter – haben in einem Video von ERP Irland daran erinnert, wie wichtig das Recycling von Elektroschrott ist, der weltweit zu den am schnellsten wachsenden Abfallströmen zählt.

Martin Tobin, CEO von ERP Irland, sagte bei der Vorstellung des Mehrgenerationen-Videos: „ERP freut sich, Flossie und die Beach Cleaners bei ihrer Vision von Nachhaltigkeit und Recycling von Elektroschrott zu unterstützen. Das Recycling von Elektroschrott spart nicht nur wertvolle natürliche Ressourcen, sondern reduziert auch die Umweltbelastung durch Elektroschrott und unterstützt unseren Übergang von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft.“

Das Mehrgenerationen-Video gibt es hier zu sehen.

 

Neues Sammelziel für Solarmodule in Polen vorgeschlagen

Im Juli 2022 hat das polnische Ministerium für Klima und Umwelt einen Verordnungsentwurf zur Berechnung der jährlichen Mindestsammelquote für Elektro- und Elektronikaltgeräte (WEEE), genauer gesagt für Solarmodule, vorgeschlagen.

Die polnischen Behörden sahen sich gezwungen, eine Lösung für ein immer größer werdendes Problem zu schaffen. Zuletzt war eine Vielzahl an Solarmodulen, die gemäß der EU-WEEE-Richtlinie in die Kategorie 4 eingestuft sind und eine lange Lebensdauer haben, in kurzer Zeit auf den polnischen Markt gebracht worden, was indirekt dazu führt, dass die Sammelziele schwerer erreicht werden können.

Die aktuelle Methode zur Berechnung der Sammelquote basiert nämlich auf dem durchschnittlichen Inverkehrbringungsgewicht. Werden mehr Module verkauft, wie im aktuellen Boom der Branche, steigt das Inverkehrbringungsgewicht und damit die Messlatte für die Sammlung von Altmodulen.

Da die Produkte jedoch eine lange Lebensdauer haben und entsprechend erst deutlich später zu Abfall werden, stehen aktuell nicht genug Altmodule für die Sammlung zur Verfügung. Die EPR-Verpflichtung muss also durch die Sammlung anderer Geräte der Kategorie 4 erfüllt werden. Dies könnte dazu führen, dass der Zugang zu diesen Abfällen erschwert wird und die Erreichung der Sammelziele für die gesamte Produktkategorie gefährdet ist.

Die von der Regierung vorgeschlagene Lösung besteht darin, Solarmodule von der bisherigen Berechnungsmethode auszuschließen. Stattdessen wird bei der neuen Methode die Menge der gesammelten Abfälle (erzeugte Abfälle) für Solarmodule als Grundlage verwendet. Der vorgeschlagene Zeitplan für die Anwendung der neuen Methode ist der 1. Januar 2023.


Aslema*, Tunesien!

Aslema*, Tunesien!

Landbell Group unterstützt die Rolle des Privatsektors in der Kreislaufwirtschaft in Tunesien 

Im Rahmen des „ProtecT“-Projekts hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Unternehmen Landbell Group und Black Forest Solutions damit beauftragt, die aktuelle Rolle des Privatsektors in der Abfallwirtschaft und beim Übergang in eine Kreislaufwirtschaft in Tunesien zu analysieren sowie mögliche Beteiligungsmechanismen zu identifizieren.

Neben der Bewertung der aktuellen Rolle des Privatsektors soll das Projekt die tunesische Abfallwirtschaftsagentur bei der Analyse der bestehenden Abfallwirtschaftssektoren in organisatorischer, finanzieller und rechtlicher Hinsicht unterstützen.

Ziel ist es, einen Aktionsplan zu entwickeln, um die Funktionsweise der Abfallwirtschaft in Hinblick auf zirkuläre Prinzipien und eine stärkere Beteiligung des Privatsektors zu verbessern.

Dabei werden Landbell Group und Black Forest Solutions einen partizipativen Ansatz verfolgen, der auf der Zusammenarbeit aller Akteure basiert, um nachhaltige und angepasste Lösungen zu gewährleisten.

Das Projekt wurde im Oktober 2022 offiziell gestartet und wird bis Dezember 2023 laufen.

 

*Aslema bedeutet „Hallo“ im tunesischen Dialekt


Fokus auf...Jordanien

Fokus auf...Jordanien

Wichtige Änderungen für Verpackungshersteller bis 2024

Am 16. August 2022 sind in Jordanien zwei neue Abfallwirtschaftsgesetze in Kraft getreten. Diese sollen den Weg für die Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) bis zum Jahr 2024 ebnen.

Das Gesetz Nr. 44 über Systeme zur Bewirtschaftung ungefährlicher fester Abfälle enthält neue Vorschriften für die getrennte Sammlung, den Transport und die Behandlung fester Abfälle. Es hebt auch das frühere Gesetz über die Bewirtschaftung fester Abfälle auf.

Gemäß Artikel 4 des Gesetzes soll das Ministerium in Abstimmung mit den zuständigen Behörden einen Plan zur schrittweisen Verringerung der Herstellung, Verwendung und Einfuhr von Einwegverpackungen, inklusive Einkaufstüten, ausarbeiten.

Mit den Richtlinien zur Einführung eines nationalen Systems zur erweiterten Herstellerverantwortung wird das Prinzip für Verpackungsabfälle eingeführt. Diese Vorschriften gelten für Hersteller und Importeure von Fertigmaterialien und Waren, bei denen Verpackungsabfälle anfallen, sowie für Hersteller und Lieferanten von Produkten, die in Serviceverpackungen verpackt sind und direkt an Verbraucher verkauft werden.

Die Richtlinien enthalten bisher weder Finanz- und Rücknahmeverpflichtungen noch Sammel- und Recyclingziele, da die EPR bis Ende Dezember 2023 freiwillig ist.

Danach gelten die Verpflichtungen für Hersteller und Importeure, die bestimmte Mengen- oder Umsatzschwellen überschreiten. Hersteller müssen ihre EPR-Verpflichtungen durch eine Umweltgebühr erfüllen, die aktuell noch von einem Ausschuss geprüft wird.

Jordanien ist eines der Länder, die Landbell Group in ihrem Regulatoy Tracking Service abdeckt. Weitere Informationen zu diesem Service finden Sie hier.


LANDBELL erreicht Closed Loop für Kunststoff-Lebensmittelverpackungen

LANDBELL erreicht Closed Loop für Kunststoff-Lebensmittelverpackungen

In einem innovativen Recycling-Projekt hat LANDBELL gemeinsam mit ihren Partnern SABIC und Mars den Kreislauf für Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff geschlossen

19. Oktober 2022: In einer wegweisenden gemeinsamen Initiative führender Unternehmen verschiedener Branchen ist LANDBELL der Durchbruch beim hochwertigen Recycling von Kunststoff-Lebensmittelverpackungen gelungen. Gemeinsam mit SABIC, einem führenden Chemie-Unternehmen, und Mars, einem weltweit führenden Hersteller von Süßwaren, Lebensmitteln und Tiernahrung, hatte sich der Mainzer Umwelt Compliance-Spezialist bereits Ende 2020 zu einem innovativen Recycling-Projekt zusammengeschlossen. Das Ziel: Schwer zu recycelnde Kunststoffverpackungen aus der gelben Tonne, die im mechanischen Recycling nur verbrannt oder minderwertig recycelt werden können, durch chemisches Recycling in Lebensmittel-Verpackungen zurückzuführen und so diesen anspruchsvollen Kreislauf hochwertig zu schließen. Nach mehr als 20 Monaten intensiver gemeinschaftlicher Projektarbeit melden die Partner Vollzug: In den kommenden Wochen wird Mars recyceltes Verpackungsmaterial, das von Landbell gesammelt und von SABIC zu zertifiziertem Polypropylen (PP) aufbereitet wurde, in den Verpackungen seiner Snackriegelmarke KIND® einsetzen.

Das zertifizierte Rezyklat in Lebensmittelqualität wird durch das Recycling von minder-wertigen, gebrauchten Mischkunststoffen aus Verpackungsabfällen gewonnen. Durch das sogenannte Pyrolyse-Verfahren kann gebrauchter Mischkunststoff auf molekularer Ebene wiederverwertet werden. Bei dieser Technologie wird der Kunststoff in einer sauerstoff-freien Umgebung auf sehr hohe Temperaturen erhitzt und aufgespalten, wodurch Pyrolyseöl entsteht. SABIC verwendet das in diesem Prozess gewonnene Pyrolyseöl wie einen fossilen Rohstoff. Damit können neue Verpackungen und Produkte erzeugt werden, die strengste Qualitätsanforderungen, wie etwa bestimmte Hygienestandards für Lebensmittelver-packungen, erfüllen.

"Gebrauchte Mischkunststoffe aus flexiblen Verbraucherverpackungen lassen sich nur schwer sortieren und mechanisch recyceln", sagt Uwe Echteler, Chief Operating Officer der LANDBELL Group. "Wie dieses Closed Loop-Projekt zeigt, können wir dennoch effektive, fortschrittliche Recyclinglösungen anbieten. Dadurch ermöglichen wir es Kunststoff- und Verpackungsherstellern sowie Markenartikelherstellern, gebrauchte Mischkunststoffe hochwertig wiederzuverwerten sowie gleichzeitig den Verbrauch fossiler Ressourcen zu reduzieren und ihre CO2-Bilanz zu verbessern."

"Wir freuen uns sehr über dieses bahnbrechende Closed Loop-Recyclingprojekt, das die Machbarkeit und Geschwindigkeit in der Umsetzung von innovativen Kreislauflösungen für Kunststoffe demonstriert, wenn führende Akteure aus der gesamten Wertschöpfungskette eng zusammenarbeiten", fügt Lada Kurelec, General Manager PP, PET, PS, PVC, PU & Elastomers Businesses for Petrochemicals bei SABIC, hinzu. "Gebrauchte flexible Verpackungen haben einen hohen Rohstoffwert für neue Materialien und unsere TRUCIRCLE-Polymere und -Dienstleistungen sind ein maßgeblicher Faktor, um dieses enorme Potenzial zu erschließen."

"Mars will zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen, in der Verpackungsmaterial nicht einfach zu Abfall wird, sondern recycelt, wiederverwendet oder kompostiert wird. Dafür brauchen wir neue Lösungen und Infrastrukturen, die die Recyclinglandschaft verändern und das mechanische Recycling ergänzen", fügt Barry Parkin, Chief Procurement & Sustainability Officer bei Mars, hinzu. "Der heutige Tag ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg zu nachhaltigen Verpackungen und in unserer Zusammenarbeit mit Partnern wie SABIC, die neue Möglichkeiten schaffen, um den Verbrauchern Verpackungen anzubieten, die auf Kreislaufwirtschaft ausgelegt sind.

 

Kontakt

Dr. Raffaela David
Head of Marketing & PR

E-Mail: r.david@landbellgroup.com

Phone: +49 152 56 405 723

 


Fristverlängerung für Online-Marktplätze und Fullfillment-Dienstleister

Fristverlängerung für Online-Marktplätze und Fulfillment-Dienstleister

Übergangsfrist für neue Prüfpflicht im ElektroG soll verlängert werden

Betreiber elektronischer Marktplätze und Fulfillment-Dienstleister sind in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet zu überprüfen, ob Hersteller bzw. deren Bevollmächtigte ordnungsgemäß registriert sind. Andernfalls dürfen sie das Anbieten auf dem Marktplatz nicht ermöglichen bzw. keine Fulfillment-Dienstleistungen erbringen. Bisher war für diese Pflicht eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2023 vorgesehen, die aber nun um sechs Monate bis zum 1. Juli 2023 verlängert werden soll. Eine entsprechende Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) hat die Bundesregierung im August auf den Weg gebracht.

Hintergrund der Verlängerung der Übergangsfrist ist laut Bundesregierung der starke Anstieg von Benennungen und Registrierungen von Bevollmächtigten bei der zuständigen Behörde Stiftung Elektro-Altgeräte Register (ear). Diese ist auf Grund von Kapazitätsengpässen nicht in der Lage, alle Anträge rechtzeitig zu bearbeiten. Um allen Akteuren ein rechtskonformes Verhalten ermöglichen zu können, soll die Frist deshalb verlängert werden.

Der Gesetzentwurf der Bundessregierung muss noch vom Bundestag beschlossen werden.


Fokus auf...Indien

Fokus auf...Indien  

Änderung der EPR-Vorschriften für Batterien, Elektroschrott und Verpackungen

Bunte Straßen, fröhliche Menschen und der verführende Duft von Gewürzen und Tee... all das steht stellvertretend für Indien – ein Land, das viele Menschen gerne besuchen.

Dieses schöne Bild sollte jedoch nicht von den alltäglichen Problemen ablenken, mit denen auch dieses Land konfrontiert ist. Eines der drängendsten ist der Umgang mit Abfällen.

In Indien leben 1,252 Milliarden Menschen, hauptsächlich in Städten. Einem Bericht des Central Pollution Control Board zufolge erzeugt allein jeder Einwohner von Delhi 43 kg feste Abfälle pro Jahr.

Die indische Regierung reagiert auf diese Herausforderung mit einem Instrument, das in der Europäischen Union bestens bekannt ist und hierzulande schon viele Abfallprobleme gelöst hat: die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR).

Den ersten Schritt in Richtung EPR unternahm Indien im Jahr 2000 mit der Einführung der Municipal Solid Waste Rules, die die Grundlage für das Abfallmanagement im Land bilden. Die Gesetzgebung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten weiterentwickelt.

In diesem Jahr hat das indische Ministerium für Umwelt, Forsten und Klimawandel neue EPR-Vorschriften für Batterien (August 2022), Elektroaltgeräte (Entwurf, Mai 2022) und Verpackungen (Juli 2022) eingeführt. Die Neuerungen beziehen sich unter anderem auf eine Erweiterung des Betroffenenkreises: So gelten die Vorschriften nun sowohl für lokale Hersteller als auch für Importeure.

Hersteller müssen sich nun registrieren und Berichte über die Erfüllung der EPR-Ziele für Sammlung, Wiederverwendung und Recycling erstellen. Darüber hinaus sind Hersteller von Verpackungen, Batterien und Elektrogeräten verpflichtet, einen Aktionsplan zu erstellen, aus dem hervorgeht, wie die EPR-Ziele erreicht werden sollen.

Nach dem Wegfall der Regelungen zur Herstellerverantwortungsorganisationen (PRO) müssen Hersteller von Elektrogeräten die gesetzlichen Anforderungen nun zudem selbst erfüllen.

Als Reaktion auf die bevorstehenden Änderungen im Abfallmanagement hat Landbell Group im September 2022 eine Delegation des Ministeriums des Bundesstaates Uttarakhand in ihrem Hauptsitz in Mainz empfangen (siehe Artikel hier).

Der Besuch bot die Gelegenheit, die Funktionsweise der EPR in Deutschland vorzustellen und die Entwicklung von Abfallwirtschaftslösungen und Know-how in Indien voranzutreiben.

Indien ist eines der Länder, die die Landbell Group in ihrem Regulatory Tracking Service abdeckt. Mehr über diesen Service erfahren Sie hier.


Gute Neuigkeiten für Textilien!

Gute Neuigkeiten für Textilien!  

Finalist des Green Alley Award weiterhin auf Erfolgskurs

Atelier Riforma hat im September Investitionen von gleich zwei internationalen Business Angels erhalten. Außerdem bekam es den Preis „Welfare che impresa!“ der Accenture Italian Foundation.

Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und einer digitalen Plattform unterstützt Atelier Riforma die Modeindustrie dabei, die Wiederverwendung und den erneuten Verkauf von Altkleidern zu verbessern und damit die Umweltauswirkungen der Branche zu verringern.

Die Re4Circular-Technologie des Unternehmens hilft Akteuren der Lieferkette dabei, jedes ausrangierte Kleidungsstück auf den jeweils besten Verwertungsweg zu lenken, sei es Wiederverwendung, Recycling, Upcycling oder etwas anderes.

Re4Circular ist ein digitaler Marktplatz, der B2B-Angebot und -Nachfrage nach Altkleidern in Einklang bringt und mit Hilfe von KI aus dem Bild des Kleidungsstücks alle für die Verwertung erforderlichen Daten extrahieren kann.

In diesem Jahr haben die Gründerinnen von Atelier Riforma, Elena Ferrero und Sara Secondo, beschlossen, sich auf die Sicherung weiterer Investitionen zu konzentrieren und dabei insbesondere „Impact“-Investoren in den Blick zu nehmen, die an den ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Investitionen interessiert sind.

„Das Fundraising ist eine der wichtigsten Aktivitäten in der Anfangsphase eines Start-ups, aber auch eine der schwierigsten, vor allem für Erstgründer“, sagt Elena. „Das letzte Jahr war eine große Herausforderung für uns, aber wir haben unser Bestes gegeben, weil wir fest an den Nutzen unseres Projekts glauben.“

Im Februar dieses Jahres lernten Elena und Sara Pietro Bonanno und Serra Falk Goldman kennen, Business Angels, die zu den Gründern von „The 20 Fund“ gehören, einer Risikokapitalfirma, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt. Ziel des Fonds ist es, in italienische und von Frauen geführte Start-ups zu investieren, die sich zudem stark für Nachhaltigkeit einsetzen.

„Wir sind immer wieder beeindruckt von den beiden Gründerinnen Elena Ferrero und Sara Secondo“, sagt Serra Falk Goldman. „Ihre Intelligenz, ihr Engagement und ihre Beharrlichkeit sind der Schlüssel für den Erfolg von Atelier Riforma und tragen ganz erheblich dazu bei, die Verschwendung in der Modeindustrie drastisch zu verringern. Ohne Zweifel leisten sie und Atelier Riforma einen positiven Beitrag für unsere Umwelt.“

Am 12. September schlossen Bonanno und Falk Goldman ihre eigene private Investition in Atelier Riforma ab, um das Projekt Re4Circular weiterzuentwickeln und in den kommenden Monaten noch weitere, deutlich umfangreichere Investitionen aus dem Fonds anzuziehen.

Am 15. September wurde Re4Circular als eines von vier Projekten mit dem Preis „Welfare che Impresa!“ ausgezeichnet, einem nationalen Wettbewerb, der von der Accenture Italian Foundation gefördert wird. Der Wettbewerb zeichnet Projekte aus, „die Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verbinden und eine neue Vision von Entwicklung befördern“.

Atelier Riforma wird im April nächsten Jahres erneut am Green Alley Award teilnehmen und mit zwei anderen ehemaligen Finalisten, Mimica und Kleiderly, auf der Bühne diskutieren.

Start-ups, die dem Erfolg von Atelier Riforma nacheifern wollen, können sich hier für den Green Alley Award im nächsten Jahr bewerben.


Wie kann sich EPR auf HazCom und Produktverantwortung auswirken?

Wie kann sich EPR auf HazCom und Produktverantwortung auswirken?  

H2 Compliance befasste sich mit dieser Frage auf einem Chemiekongress in den USA

Am 21. September hatte das zur Landbell Group gehörende Unternehmen H2 Compliance das Vergnügen, an der jährlichen Konferenz der Society for Chemical Hazard Communication (SCHC) in Arlington, Virginia, USA teilzunehmen und einen Vortrag zu halten.

Eine Vielzahl von Experten aus den Bereichen HazCom und Produktverantwortung kamen zusammen, um über neue und geänderte Vorschriften, Entwicklungen bei der Charakterisierung und Prüfung von Giftstoffen, Produktzertifizierungen durch Dritte, Materialangaben und Kennzeichnung sowie Elemente einer wirksamen HazCom in Sicherheitsdatenblättern und anderen technischen Unterlagen zu diskutieren und sich fortzubilden.

Die Referenten der US-amerikanischen Occupational Safety and Health Administration (OSHA) und der kanadischen Gesundheitsbehörde Health Canada erklärten, dass sie nach wie vor eine Veröffentlichung ihrer überarbeiteten HazCom- und Gefahrstoffverordnung im Dezember 2022 anstreben, die Änderungen an Sicherheitsdatenblättern notwendig machen wird.

John Hayes von H2 Compliance sprach über die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) in der EU, insbesondere die RoHS-Richtlinie (Restriction of Hazardous Substances), sowie über die Entwicklungen in den USA und Kanada.

Darüber hinaus veranstalteten John und Beth Bidstrup ein Forum zum Thema Articles under Scrutiny: Meeting the Challenges of SCIP Submissions, in dem sie die Probleme diskutierten, mit denen Hersteller von Erzeugnissen und Produkten bei der Erfüllung der Anforderungen der Abfallrahmenrichtlinie, genauer der Anforderungen des Teils zu besorgniserregenden Stoffen in Erzeugnissen oder Produkten (Substances of Concern in Articles or Products, SCIP), konfrontiert sind – und wenn sie eine teilweise oder vollständige Offenlegung von Materialien anstreben.

Sowohl die RoHS- als auch die SCIP-Anforderungen haben direkte Relevanz für Fachleute aus den Bereichen HazCom und Produktverantwortung, da beide Regelwerke darauf ausgelegt sind, gefährliche Chemikalien in Artikeln und Produkten einzuschränken, zu reduzieren oder zu beseitigen, mit dem Ziel, das Recycling, die Wiederverwendung und die ordnungsgemäße Entsorgung am Ende des Lebenszyklus zu unterstützen.

Die Konferenz war ein großer Erfolg, da sie eine Vielzahl an Fachleuten zusammenbrachte und nach zwei Jahren Pandemie endlich wieder persönliche Kontakte ermöglichte.

Die Entwicklungen in den Bereichen EPR und SCIP werden sich auch in Zukunft auf die HazCom-Richtlinie und die Produktverantwortung für Chemikalien auswirken. H2 Compliance war daher erfreut, dieses Wissen mit den Konferenzteilnehmern teilen zu dürfen.