Fristverlängerung für Online-Marktplätze und Fullfillment-Dienstleister

Fristverlängerung für Online-Marktplätze und Fulfillment-Dienstleister

Übergangsfrist für neue Prüfpflicht im ElektroG soll verlängert werden

Betreiber elektronischer Marktplätze und Fulfillment-Dienstleister sind in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet zu überprüfen, ob Hersteller bzw. deren Bevollmächtigte ordnungsgemäß registriert sind. Andernfalls dürfen sie das Anbieten auf dem Marktplatz nicht ermöglichen bzw. keine Fulfillment-Dienstleistungen erbringen. Bisher war für diese Pflicht eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2023 vorgesehen, die aber nun um sechs Monate bis zum 1. Juli 2023 verlängert werden soll. Eine entsprechende Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) hat die Bundesregierung im August auf den Weg gebracht.

Hintergrund der Verlängerung der Übergangsfrist ist laut Bundesregierung der starke Anstieg von Benennungen und Registrierungen von Bevollmächtigten bei der zuständigen Behörde Stiftung Elektro-Altgeräte Register (ear). Diese ist auf Grund von Kapazitätsengpässen nicht in der Lage, alle Anträge rechtzeitig zu bearbeiten. Um allen Akteuren ein rechtskonformes Verhalten ermöglichen zu können, soll die Frist deshalb verlängert werden.

Der Gesetzentwurf der Bundessregierung muss noch vom Bundestag beschlossen werden.


Fokus auf...Indien

Fokus auf...Indien  

Änderung der EPR-Vorschriften für Batterien, Elektroschrott und Verpackungen

Bunte Straßen, fröhliche Menschen und der verführende Duft von Gewürzen und Tee... all das steht stellvertretend für Indien – ein Land, das viele Menschen gerne besuchen.

Dieses schöne Bild sollte jedoch nicht von den alltäglichen Problemen ablenken, mit denen auch dieses Land konfrontiert ist. Eines der drängendsten ist der Umgang mit Abfällen.

In Indien leben 1,252 Milliarden Menschen, hauptsächlich in Städten. Einem Bericht des Central Pollution Control Board zufolge erzeugt allein jeder Einwohner von Delhi 43 kg feste Abfälle pro Jahr.

Die indische Regierung reagiert auf diese Herausforderung mit einem Instrument, das in der Europäischen Union bestens bekannt ist und hierzulande schon viele Abfallprobleme gelöst hat: die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR).

Den ersten Schritt in Richtung EPR unternahm Indien im Jahr 2000 mit der Einführung der Municipal Solid Waste Rules, die die Grundlage für das Abfallmanagement im Land bilden. Die Gesetzgebung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten weiterentwickelt.

In diesem Jahr hat das indische Ministerium für Umwelt, Forsten und Klimawandel neue EPR-Vorschriften für Batterien (August 2022), Elektroaltgeräte (Entwurf, Mai 2022) und Verpackungen (Juli 2022) eingeführt. Die Neuerungen beziehen sich unter anderem auf eine Erweiterung des Betroffenenkreises: So gelten die Vorschriften nun sowohl für lokale Hersteller als auch für Importeure.

Hersteller müssen sich nun registrieren und Berichte über die Erfüllung der EPR-Ziele für Sammlung, Wiederverwendung und Recycling erstellen. Darüber hinaus sind Hersteller von Verpackungen, Batterien und Elektrogeräten verpflichtet, einen Aktionsplan zu erstellen, aus dem hervorgeht, wie die EPR-Ziele erreicht werden sollen.

Nach dem Wegfall der Regelungen zur Herstellerverantwortungsorganisationen (PRO) müssen Hersteller von Elektrogeräten die gesetzlichen Anforderungen nun zudem selbst erfüllen.

Als Reaktion auf die bevorstehenden Änderungen im Abfallmanagement hat Landbell Group im September 2022 eine Delegation des Ministeriums des Bundesstaates Uttarakhand in ihrem Hauptsitz in Mainz empfangen (siehe Artikel hier).

Der Besuch bot die Gelegenheit, die Funktionsweise der EPR in Deutschland vorzustellen und die Entwicklung von Abfallwirtschaftslösungen und Know-how in Indien voranzutreiben.

Indien ist eines der Länder, die die Landbell Group in ihrem Regulatory Tracking Service abdeckt. Mehr über diesen Service erfahren Sie hier.


Gute Neuigkeiten für Textilien!

Gute Neuigkeiten für Textilien!  

Finalist des Green Alley Award weiterhin auf Erfolgskurs

Atelier Riforma hat im September Investitionen von gleich zwei internationalen Business Angels erhalten. Außerdem bekam es den Preis „Welfare che impresa!“ der Accenture Italian Foundation.

Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und einer digitalen Plattform unterstützt Atelier Riforma die Modeindustrie dabei, die Wiederverwendung und den erneuten Verkauf von Altkleidern zu verbessern und damit die Umweltauswirkungen der Branche zu verringern.

Die Re4Circular-Technologie des Unternehmens hilft Akteuren der Lieferkette dabei, jedes ausrangierte Kleidungsstück auf den jeweils besten Verwertungsweg zu lenken, sei es Wiederverwendung, Recycling, Upcycling oder etwas anderes.

Re4Circular ist ein digitaler Marktplatz, der B2B-Angebot und -Nachfrage nach Altkleidern in Einklang bringt und mit Hilfe von KI aus dem Bild des Kleidungsstücks alle für die Verwertung erforderlichen Daten extrahieren kann.

In diesem Jahr haben die Gründerinnen von Atelier Riforma, Elena Ferrero und Sara Secondo, beschlossen, sich auf die Sicherung weiterer Investitionen zu konzentrieren und dabei insbesondere „Impact“-Investoren in den Blick zu nehmen, die an den ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Investitionen interessiert sind.

„Das Fundraising ist eine der wichtigsten Aktivitäten in der Anfangsphase eines Start-ups, aber auch eine der schwierigsten, vor allem für Erstgründer“, sagt Elena. „Das letzte Jahr war eine große Herausforderung für uns, aber wir haben unser Bestes gegeben, weil wir fest an den Nutzen unseres Projekts glauben.“

Im Februar dieses Jahres lernten Elena und Sara Pietro Bonanno und Serra Falk Goldman kennen, Business Angels, die zu den Gründern von „The 20 Fund“ gehören, einer Risikokapitalfirma, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt. Ziel des Fonds ist es, in italienische und von Frauen geführte Start-ups zu investieren, die sich zudem stark für Nachhaltigkeit einsetzen.

„Wir sind immer wieder beeindruckt von den beiden Gründerinnen Elena Ferrero und Sara Secondo“, sagt Serra Falk Goldman. „Ihre Intelligenz, ihr Engagement und ihre Beharrlichkeit sind der Schlüssel für den Erfolg von Atelier Riforma und tragen ganz erheblich dazu bei, die Verschwendung in der Modeindustrie drastisch zu verringern. Ohne Zweifel leisten sie und Atelier Riforma einen positiven Beitrag für unsere Umwelt.“

Am 12. September schlossen Bonanno und Falk Goldman ihre eigene private Investition in Atelier Riforma ab, um das Projekt Re4Circular weiterzuentwickeln und in den kommenden Monaten noch weitere, deutlich umfangreichere Investitionen aus dem Fonds anzuziehen.

Am 15. September wurde Re4Circular als eines von vier Projekten mit dem Preis „Welfare che Impresa!“ ausgezeichnet, einem nationalen Wettbewerb, der von der Accenture Italian Foundation gefördert wird. Der Wettbewerb zeichnet Projekte aus, „die Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verbinden und eine neue Vision von Entwicklung befördern“.

Atelier Riforma wird im April nächsten Jahres erneut am Green Alley Award teilnehmen und mit zwei anderen ehemaligen Finalisten, Mimica und Kleiderly, auf der Bühne diskutieren.

Start-ups, die dem Erfolg von Atelier Riforma nacheifern wollen, können sich hier für den Green Alley Award im nächsten Jahr bewerben.


Wie kann sich EPR auf HazCom und Produktverantwortung auswirken?

Wie kann sich EPR auf HazCom und Produktverantwortung auswirken?  

H2 Compliance befasste sich mit dieser Frage auf einem Chemiekongress in den USA

Am 21. September hatte das zur Landbell Group gehörende Unternehmen H2 Compliance das Vergnügen, an der jährlichen Konferenz der Society for Chemical Hazard Communication (SCHC) in Arlington, Virginia, USA teilzunehmen und einen Vortrag zu halten.

Eine Vielzahl von Experten aus den Bereichen HazCom und Produktverantwortung kamen zusammen, um über neue und geänderte Vorschriften, Entwicklungen bei der Charakterisierung und Prüfung von Giftstoffen, Produktzertifizierungen durch Dritte, Materialangaben und Kennzeichnung sowie Elemente einer wirksamen HazCom in Sicherheitsdatenblättern und anderen technischen Unterlagen zu diskutieren und sich fortzubilden.

Die Referenten der US-amerikanischen Occupational Safety and Health Administration (OSHA) und der kanadischen Gesundheitsbehörde Health Canada erklärten, dass sie nach wie vor eine Veröffentlichung ihrer überarbeiteten HazCom- und Gefahrstoffverordnung im Dezember 2022 anstreben, die Änderungen an Sicherheitsdatenblättern notwendig machen wird.

John Hayes von H2 Compliance sprach über die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) in der EU, insbesondere die RoHS-Richtlinie (Restriction of Hazardous Substances), sowie über die Entwicklungen in den USA und Kanada.

Darüber hinaus veranstalteten John und Beth Bidstrup ein Forum zum Thema Articles under Scrutiny: Meeting the Challenges of SCIP Submissions, in dem sie die Probleme diskutierten, mit denen Hersteller von Erzeugnissen und Produkten bei der Erfüllung der Anforderungen der Abfallrahmenrichtlinie, genauer der Anforderungen des Teils zu besorgniserregenden Stoffen in Erzeugnissen oder Produkten (Substances of Concern in Articles or Products, SCIP), konfrontiert sind – und wenn sie eine teilweise oder vollständige Offenlegung von Materialien anstreben.

Sowohl die RoHS- als auch die SCIP-Anforderungen haben direkte Relevanz für Fachleute aus den Bereichen HazCom und Produktverantwortung, da beide Regelwerke darauf ausgelegt sind, gefährliche Chemikalien in Artikeln und Produkten einzuschränken, zu reduzieren oder zu beseitigen, mit dem Ziel, das Recycling, die Wiederverwendung und die ordnungsgemäße Entsorgung am Ende des Lebenszyklus zu unterstützen.

Die Konferenz war ein großer Erfolg, da sie eine Vielzahl an Fachleuten zusammenbrachte und nach zwei Jahren Pandemie endlich wieder persönliche Kontakte ermöglichte.

Die Entwicklungen in den Bereichen EPR und SCIP werden sich auch in Zukunft auf die HazCom-Richtlinie und die Produktverantwortung für Chemikalien auswirken. H2 Compliance war daher erfreut, dieses Wissen mit den Konferenzteilnehmern teilen zu dürfen.


Recycling ist "en Vogue"

Recycling ist "en Vogue"  

ERP Polen zeigt, wie man recycelte elektronische Geräte auch tragen kann

Am 5. September fand in Warschau zum dritten Mal das große Finale der jährlichen Veranstaltungsreihe „Moda na Recykling“ („Mode für Recycling“) von ERP Polen statt.

Die Reihe wurde vor drei Jahren von ERP Polen ins Leben gerufen. Die Idee entstand im Rahmen eines Programms, das ERP zur Förderung des Recyclings an polnischen Schulen eingeführt hat.

„Die Aufklärung junger Leute war schon immer unsere Priorität“, sagt Mikołaj Józefowicz, Leiter von ERP Polen. „Dank der tollen Zusammenarbeit mit der engagierten und leidenschaftlichen Modedesignerin Anna Kubisz und mit den Behörden vor Ort ist es uns gelungen, eine wichtige und gleichzeitig unterhaltsame Veranstaltung ins Leben zu rufen, die die Aufmerksamkeit von Prominenten und Presse auf sich zieht.“

„Moda na Recykling“ besteht aus einer Reihe von Workshops für Teenager, die in verschiedenen Städten Polens stattfinden. Unter Leitung von Anna Kubisz, die zugleich Botschafterin der Initiative ist, entwerfen die Teilnehmer Outfits aus recycelten Materialien. Ihre Entwürfe werden dann bei der Abschlussveranstaltung von Prominenten auf dem Laufsteg vorgeführt. Dabei werben die „Models“ auch für die Bedeutung des richtigen Recyclings.

Die sehr kreativen Outfits (weitere Bilder finden Sie auf dem Instagram-Account von ERP Polen) sind Pret-a-Porter, auch wenn sie aus SIM-Karten, Fernbedienungen, Tastaturen, Bildschirmfolien, CDs und anderen Teilen von Altgeräten hergestellt wurden, die sich die Teilnehmer in einer Recyclinganlage zusammengesucht haben.

Oberstes Ziel der Initiative ist es jedoch, das Bewusstsein für die Bedeutung des Recyclings zu schärfen.

„Eines unserer Hauptziele ist die Aufklärung“, betont Paweł Palus, Operations Manager bei ERP Polen. „Recycling ist unsere Zukunft – besonders in der jetzigen Energiekrise. Schließlich sind unsere Städte eine wahre Fundgrube für wertvolle Rohstoffe.“


Willkommen in Mainz!

Willkommen in Mainz! 

Produktiver Austausch über EPR zwischen der Landbell Group und der indischen Delegation

Am 23. September hatten wir die große Ehre, eine Delegation aus Indien in unserem Hauptsitz in Mainz begrüßen zu dürfen. Die Gruppe bestand aus hochrangigen Vertretern des nordindischen Bundesstaates Uttarakhand, insbesondere Mitarbeitern aus den zuständigen Ministerien und Kommunen.

Der Besuch dauerte insgesamt zwei Stunden, in denen sich die Delegation und das Team um Dr. Thomas Fischer, Head of Market Intelligence and Governmental Affairs bei Landbell Group, insbesondere zu folgenden Themen ausgetauscht haben:

  • Vorstellung der Landbell Group
  • EPR-Management in Deutschland und dessen Verbindung mit dem Management fester Siedlungsabfälle
  • Vorstellung von Landbell GFS, der gemeinsam von Landbell Group und GreenForest Solutions betriebenen Herstellerverantwortungsorganisation in Indien
  • EPR-Management in Indien (Kunststoffe) und Vergleich mit Deutschland (auch aus Sicht der Kommunen)
  • Konzept zur Unterstützung von Bundesstaaten und Kommunen bei der Verwaltung von EPR in Indien

Es war eine anregende Diskussion, in der die indische Delegation großes Interesse an der Landbell Group und der Situation in Deutschland zeigte und viele Fragen stellte.

Organisiert wurde die Delegationsreise von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), mit der Landbell Group bei einer Vielzahl von Projekten zusammenarbeitet.

Mehr über das Projekt in Indien erfahren Sie hier.


Umwelt Compliance...die neuesten Entwicklungen im Oktober

Umwelt Compliance...die neuesten Entwicklungen im Oktober

Landbell Group beteiligt sich an Konsultation zur Abfallrahmenrichtlinie

Das zur Landbell Group gehörende Unternehmen European Recycling Platform (ERP) hat sich an der Ende August zu Ende gegangenen öffentlichen Konsultation zur Überarbeitung der EU-Abfallrahmenrichtlinie beteiligt.

Die Einbindung von Unternehmen, Verbänden und anderen Interessierten erfolgte anhand eines umfangreichen Online-Fragebogens. Sämtliche Eingebungen, auch die von ERP, können hier abgerufen werden. ERP übersendete zudem ihr Positionspapier aus dem Februar, in dem sie auf wichtige Aspekte aufmerksam macht, die im Rahmen der Revision angegangen werden sollten, etwa mit Bezug auf die ökologische Staffelung von Lizenzentgelten (modulated fees).

Die Europäische Kommission verfolgt mit der Überarbeitung der Abfallrahmenrichtlinie u.a. das Ziel, die Wiederverwendung von Produkten zu stärken und die getrennte Sammlung von Abfällen zu verbessern. Der Legislativvorschlag wird für das zweite Quartal 2023 erwartet.

 

Abstimmung über Abfallverbringungsverordnung verschoben

Die Verhandlungen im Europäischen Parlament zur Überarbeitung der Abfallverbringungsverordnung dauern länger als geplant. Die eigentlich für September terminierte Abstimmung im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) wurde verschoben. Ein Nachfolgetermin steht noch nicht fest. Für die finale Abstimmung im Plenum des Parlaments wird aber der 12. Dezember anvisiert. Im Anschluss beginnen die Trilogverhandlungen mit dem Rat der Europäischen Union und der Europäischen Kommission.

Die Überarbeitung der Verordnung soll nach dem Willen der Kommission dazu beitragen, den Transport von Abfällen zum Recycling und zur Wiederverwendung innerhalb der Europäischen Union zu erleichtern und damit den Übergang in eine Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen.

 

Neue Anforderungen für Kunststoffrezyklate mit Lebensmittelkontakt

Die Europäische Kommission hat im September neue Anforderungen zur Verwendung von Kunststoffrezyklaten in Lebensmittelverpackungen erlassen. Die sogenannte Verordnung über Materialien und Gegenstände aus recyceltem Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen soll bisherige Regelungslücken schließen und Hürden für die Verwendung von Kunststoffrezyklaten überwinden.

Eine dieser Hürden ist, dass Kunststoffrezyklate größtenteils aus Haushaltsabfällen stammen und kontaminiert sein können. Bei der Verwendung in Lebensmittelverpackungen kann diese Kontaminierung auf die Lebensmittel übergehen und eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen.

Um dies zu verhindern, macht die neue Verordnung Vorgaben für die Produktion solcher Materialien. So dürfen etwa nur solche Kunststoffrezyklate in Verkehr gebracht werden, die unter Einsatz bestimmter Recyclingtechnologien hergestellt wurden. Zudem soll die Entwicklung sogenannter neuartiger Recyclingtechnologien gefördert werden, um das Recycling solcher Kunststoffe zu ermöglichen, die aktuell noch nicht sicher zu Lebensmittelkontaktmaterialien recycelt werden können.

Die neue Verordnung wird voraussichtlich im Oktober in Kraft treten (der genaue Termin hängt von der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union ab) und unmittelbar in allen Mitgliedstaaten gelten.


Chemikalien Compliance… was gibt’s Neues im Oktober?

Chemikalien Compliance… was gibt’s Neues im Oktober?

ECHA will neun weitere Stoffe als besonders besorgniserregend einstufen

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) führt aktuell eine Konsultation zu neun Vorschlägen durch, um besonders besorgniserregende Stoffe zu identifizieren, die schwerwiegende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben.

Wenn ein Stoff als besonders besorgniserregend eingestuft wird, wird er in die Kandidatenliste aufgenommen, um schließlich in die REACH-Zulassungsliste aufgenommen zu werden. Sobald Stoffe auf der Kandidatenliste stehen, müssen sie der ECHA gemeldet werden, wenn sie in Produkten in einer Konzentration von mehr als 0,1 Gewichtsprozent enthalten sind.

Die neun Stoffe und Beispiele für ihre Verwendung sind:

  • 4,4'-Sulphonyldiphenol (Bisphenol S; BPS) (EG 201-250-5, CAS 80-09-1). Wird für die Herstellung von Zellstoff, Papier und Papierprodukten, Textilien, Leder oder Pelzen und Chemikalien verwendet.
  • Perfluorheptansäure und ihre Salze. Die Stoffe sind nicht unter REACH registriert.
  • Melamin (EG 203-615-4, CAS 108-78-1). Wird in Polymeren und Harzen, Beschichtungsprodukten, Klebstoffen und Dichtungsmitteln, Lederbehandlungsprodukten und Laborchemikalien verwendet.
  • Isobutyl-4-hydroxybenzoat (EG 224-208-8, CAS 4247-02-3). Wird bei der Herstellung von Stoffen und in Beschichtungsprodukten, Füllstoffen, Spachtelmassen, Gipsen, Knetmasse sowie Tinten und Tonern verwendet.
  • Bis(2-ethylhexyl)tetrabromophthalat, das jedes der einzelnen Isomere und/oder Kombinationen davon umfasst. Wird als Flammschutzmittel und als Weichmacher für flexibles Polyvinylchlorid und zur Verwendung in Draht- und Kabelisolierungen, Filmen und Folien, Teppichböden, beschichteten Stoffen, Wandverkleidungen und Klebstoffen verwendet.
  • Bariumdibortetraoxid (EG 237-222-4, CAS 13701-59-2). Wird in Farben und Beschichtungen verwendet.
  • Reaktionsmasse von 2,2,3,3,5,5,6,6-Octafluor-4-(1,1,1,2,3,3,3-Heptafluorpropan-2-yl)morpholin und 2,2,3,3,5,5,6,6-Octafluor-4-(Heptafluorpropyl)morpholin (FC-770) (EG 473-390-7, CAS -). Wird in Artikeln, von Fachleuten (weit verbreitete Verwendung), bei der Formulierung oder Umverpackung, in Industrieanlagen und bei der Herstellung verwendet.
  • 2,2',6,6'-Tetrabrom-4,4'-Isopropylidendiphenol (Tetrabrombisphenol-A; TBBPA) (EG 201-236-9, CAS 79-94-7). Wird als reaktives Flammschutzmittel und als additives Flammschutzmittel bei der Herstellung von Polymerharzen, in Produkten wie epoxidbeschichteten Leiterplatten, gedruckten Schaltungen, Papier und Textilien verwendet.
  • 1,1'-[Ethan-1,2-diylbisoxy]bis[2,4,6-tribrombenzol] (EG 253-692-3, CAS 37853-59-1). Der Stoff ist nicht unter REACH registriert.

Die Konsultationen laufen noch bis zum 17. Oktober 2022. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Beschränkung von Mikroplastik: Entwurf der Europäischen Kommission vorgestellt

Auf der Sitzung des REACH-Ausschusses am 23. September wurde der Entwurf für einen Legislativvorschlag zur Beschränkung von absichtlich zugesetztem Mikroplastik zur Diskussion gestellt. Der Entwurf beschreibt den Anwendungsbereich der Beschränkung, erhöht die Größe der erfassten Partikel im Vergleich zum ursprünglichen Vorschlag und sieht eine Übergangsfrist von bis zu zwölf Jahren für bestimmte Produkte vor.

Die vorgeschlagene Beschränkung ist die erste Gruppenbeschränkung dieser Art und zielt potenziell auf eine breite Palette von Produkten ab, darunter:

  • kosmetische Lippen- und Nagelprodukte, kosmetische Produkte zum Abspülen und zum Auftragen;
  • bestimmte Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Produkte für die Landwirtschaft und den Gartenbau;
  • Reinigungsmittel, Wachse, Poliermittel und Luftpflegemittel;
  • Verkapselung von Duftstoffen;
  • Granulat zur Verwendung auf synthetischen Sportböden; und
  • medizinische Geräte.

Den vollständigen Text des Entwurfs für Beschränkungen für Mikropartikel aus synthetischen Polymeren können Sie hier lesen.

In der gleichen Sitzung erörterten die Mitglieder des REACH-Ausschusses den Entwurf einer Verordnung der Kommission zur Beschränkung von Blei in PVC, den Sie hier einsehen können.


Circular Economy - Veränderungen weltweit im Oktober

Circular Economy - Veränderungen weltweit im Oktober

EU-Kommission will Reparierbarkeit von Smartphones und Tablets verbessern

Die Europäische Kommission erwägt die Einführung eines EU-weiten Bewertungssystems für die Reparierbarkeit von Smartphones und Tablets. Das geht aus dem Entwurf einer Delegierten Verordnung zur Ergänzung der Energiekennzeichnungsverordnung hervor, den die Kommission Ende August vorgelegt hat. Damit sollen die Reparier- und Haltbarkeit dieser Produkte verbessert und Verbraucher in die Lage versetzt werden, informierte und nachhaltige Kaufentscheidungen zu treffen.

Die Bewertung der Reparierbarkeit soll anhand von fünf Stufen (A-E) erfolgen, auf Kriterien wie der Demontagetiefe und den für die Reparatur benötigten Werkzeugen beruhen und auf dem Energielabel sichtbar sein. Daneben soll das neue Label auch über die Ausdauer der Batterie, die Widerstandsfähigkeit gegen Stürze sowie den Schutz vor Staub und Wasser informieren.

Interessierte Stakeholder konnten sich bis zum 28. September zu den Vorschlägen der Kommission äußern. Die eingegangenen Stellungnahmen werden nun ausgewertet und ggf. bei der Finalisierung der Verordnung berücksichtigt. Die offizielle Annahme durch die Kommission soll noch vor Jahresende erfolgen.

 

Vereinigtes Königreich wird sein Sammelziel für Elektroaltgeräte 2022 voraussichtlich verfehlen

Das Vereinigte Königreich droht seine Ziele bei der Sammlung von Elektroaltgeräten zu verfehlen. Im ersten Halbjahr des Jahres 2022 wurden insgesamt 120.852 Tonnen Elektroschrott von Haushalten gesammelt, das entspricht 46,1 Prozent der anvisierten Jahresmenge. Im vergangenen Jahr, in dem das Sammelziel ebenfalls verfehlt worden war, lag der Anteil zur Halbzeit bei 47,5 Prozent. Das Gesamtziel für 2022 liegt bei 511.377 Tonnen und war vom zuständigen Umweltministerium im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent angehoben worden. Als Grund für die geringe Sammlung wird unter anderem die hohe Inflationsrate angeführt, auf Grund derer Verbraucher deutlich weniger neue Elektrogeräte kaufen und entsprechend weniger Altgeräte abzugeben haben.

Derweil hat eine neue Umfrage ergeben, dass beinahe drei Viertel (71 Prozent) aller Briten hin und wieder Abfälle in die Restmülltonne werfen, obwohl sie wissen, dass diese recycelt werden können. Umgekehrt gaben immerhin 54 Prozent der Befragten zu, nicht-recycelbare Abfälle in die Recyclingtonne zu werfen. Die Studie offenbart zudem ein erhebliches Unwissen bei den Verbrauchern darüber, welche Abfälle überhaupt recycelt werden können und welche nicht. So wissen viele nicht, dass Abfälle wie Kartons (40 Prozent), Dosen (32 Prozent) oder Plastikflaschen (27 Prozent) recycelt werden können. Andersherum gehen viele Briten fälschlicherweise davon aus, dass Abfälle wie Küchenpapier in die Recycling- statt in die Restmülltonne gehören. Befragt wurden 2.000 Briten.


Green Alley Award 2023 sucht nach Auswegen aus der Klimakrise

Green Alley Award 2023 sucht nach Auswegen aus der Klimakrise

Der Zustand des Weltklimas zeigt, dass radikale Maßnahmen erforderlich sind, um die globale Erwärmung bis 2050 aufzuhalten. Der Green Alley Award sucht nach bahnbrechenden Startup-Ideen für den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft, die einen wesentlichen Beitrag zu unseren Klimazielen leistet. Bewerbungen werden bis zum 21. November 2022 entgegengenommen. Start-ups haben die Chance, 25.000 Euro zu gewinnen.

Mainz, 13. September 2022 – Hitze, Dürre, Waldbrände – die Klimakrise hat Europa fest im Griff und jede kleine Maßnahme zur Trendwende zählt. Deutsche Start-ups mit einer zirkulären Geschäftsidee können einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen leisten, wie ihre Erfolgsgeschichte im Rahmen des Green Alley Awards, Europas erstem Start-up Preis für die Circular Economy, zeigt. Aus insgesamt 177 Bewerbungen im letzten Jahr wurden vier Start-ups aus Deutschland für die Top 20 ausgewählt und ein Start-up konnte sich im Finale als Gewinner durchsetzen. Zur neunten Ausgabe dieses europäischen Preises werden nun Start-ups aus Deutschland aufgefordert, sich mit ihrer Geschäftsidee für eine Kreislaufwirtschaft bis zum 21. November 2022 zu bewerben.

"Wenn wir wirklich bis 2050 ein klimaneutraler Kontinent sein wollen, müssen wir auf eine starke Kreislaufwirtschaft hinarbeiten, die in der Lage ist, die Ressourcen für die Energiewende und die Elektrifizierung des Verkehrs bereitzustellen", sagt Jan Patrick Schulz, CEO der Landbell Group und Gründer des Green Alley Awards. "Wir müssen nicht nur bestehende, sondern auch neue Lösungen erforschen, um die globale Erwärmung zu reduzieren, und nachhaltige Start-ups sind großartige Innovatoren in diesem Bereich."

Seit 2014 vergibt Landbell Group, ein globaler Anbieter von Lösungen zur Einhaltung von Umwelt- und Chemikalienvorschriften, den Green Alley Award an Start-ups, deren innovative Produkte, Dienstleistungen oder Technologien dazu beitragen, Ressourcen möglichst effizient zu nutzen und Abfälle drastisch zu reduzieren. Gesucht werden Unternehmen mit Geschäftsmodellen in den Bereichen digitale Kreislaufwirtschaft, Recycling und Abfallvermeidung, die kurz vor der Markteinführung ihrer Produkte oder Dienstleistungen stehen oder sich bereits in der Wachstumsphase befinden und in andere europäische Märkte expandieren wollen.

Deutsche Start-ups für eine Kreislaufwirtschaft

Ob es um die Entwicklung nachhaltiger Materialien, Ideen zur Abfallvermeidung oder hilfreiche digitale Tools geht, die Kreislaufwirtschaft birgt ein enormes Geschäftspotenzial für europäische Start-ups. Die vielfältigen Konzepte der Teilnehmer aus Deutschland in den letzten Jahren zeigt dies deutlich. Drei der acht Gewinner seit 2014 kamen aus Deutschland: Im Jahr 2022 überzeugte Voltfang aus Aachen die Jury mit ihrem nachhaltigen Stromspeicher, der ausschließlich gebrauchte Batterien aus Elektroautos nutzt, um überschüssige Energie aus Solaranlagen zu speichern und Unternehmen mit sauberer Energie zu versorgen. Im Jahr 2021 gewann traceless materials aus Hamburg den Preis für eine zum Patent angemeldete Technologie, die Reststoffe aus der Agrarindustrie in eine nachhaltige Kunststoffalternative umwandelt. Vor diesen deutschen Siegen in Folge war Green City Solutions das erste deutsche Start-up, das den Preis 2016 mit seinem CityTree gewann, einem Bio-Luftfilter, der luftfilternde Pflanzen (Moose) mit modernster IoT-Technologie kombiniert.

Der Bewerbungsprozess

  1. Start-ups können ihre Bewerbung bis zum 21. November 2022 online unter green-alley-award.com einreichen.
  2. Eine Vorauswahl an Start-ups wird auf der Green Alley Award Website zur öffentlichen Abstimmung gestellt. Das Start-up, das die meisten Stimmen erhält, kommt automatisch in das Finale in Berlin. Die übrigen fünf FinalistInnen werden von einem ExpertInnenausschuss ausgewählt.
  3. Im April 2023 werden die sechs FinalistInnen nach Berlin eingeladen, wo sie an Mentoring-Gesprächen mit hochrangigen ExpertInnen der Kreislaufwirtschaft und der Start-up Szene teilnehmen werden. Am Abend haben alle FinalistInnen die Möglichkeit, ihre Idee live auf der Bühne vor der Jury und einem internationalen Publikum zu präsentieren. Die GewinnerIn des Finales erhält ein Preisgeld in Höhe von 25.000 €. Bei der anschließenden Party besteht die Möglichkeit zum Knüpfen neuer Geschäftskontakte.

 

Presse-Kontakt

Julia Linz, PR & Kommunikation, Landbell Group

Mail: j.linz@landbellgroup.com, Telefon: +49 6131 23 56 52 485

Über den Green Alley Award

Der Green Alley Award ist Europas einziger Start-up Preis speziell für die Kreislaufwirtschaft. Seine Mission ist es, unser lineares Wirtschaftsmodell in eine Kreislaufwirtschaft zu verwandeln und die Abfall- und Recyclingindustrie zu transformieren. Der jährliche Preis wurde 2014 von Landbell Group, dem führenden Anbieter von globalen Umweltdienstleistungen, zusammen mit dem deutschen Crowdfunding-Pionier Seedmatch ins Leben gerufen. Der Preis wird zudem von der britischen Nachrichtenplattform Positive News unterstützt. Die Jury setzt sich aus erfahrenen Führungskräften der Landbell Group sowie externen ExpertInnen zusammen, darunter Katrin-Cécile Ziegler, Umweltökonomin, Digitalexpertin und Technikjournalistin, Martin Wright, Referent für Kreislaufwirtschaft und Vorsitzender von Positive News, Anne Lamp, CEO und Mitgründerin des Start-ups traceless materials sowie David Oudsandji, Mitgründer von Voltfang und Gewinner des Green Alley Award 2022. Weitere Informationen finden Sie unter www.green-alley-award.com.

Über Landbell Group

LANDBELL GROUP ist ein führender Anbieter von Lösungen zur Einhaltung von Umwelt- und Chemikalienvorschriften mit lokaler Expertise und globaler Präsenz. Das Unternehmen wurde 1995 in Deutschland als ein System zur Einhaltung von Verpackungsvorschriften gegründet und hat sich seitdem zu einer Plattform für erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) weltweit entwickelt. Die umfassenden Kerndienstleistungen der LANDBELL GROUP – Compliance, Beratung und Software – unterstützen Unternehmen bei der Erfüllung all ihrer EPR-Verpflichtungen weltweit. Die Organisationen für Herstellerverantwortung haben mehr als 10 Millionen Tonnen Altbatterien, Elektronik und Verpackungen gesammelt und behandelt. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.landbell-group.com.